• Rina Raetia | Fadrina Bundi

Wasserkultus in Graubünden Teil 2

Was passiert mit unserer Seele, wenn sie einmal unseren Körper verlässt? Diese Frage ist wohl so alt wie die Menschheit selbst und auch den Rätoromanen nicht fremd. In diesem Beitrag möchte ich nochmals kurz den Wasserkult in "Rätien" aufgreifen und «Aberglaube» und Besonderheiten der rätoromanischen Kultur, in Bezug auf Wasser beleuchten.


Das Wasser als Reisemittel der Seele

Bei meiner Recherche zum Wasserkultus fand ich im zweiten Band der rätoromanischen Chrestomathie eine Überlieferung, die mein Interesse weckte. Da heisst es: «Cu enzatgi miera, va l' olma tras l' aua, ch' ei en casa.» Unsere Seele reist nach unserem physischen Tod also durchs Wasser. Das macht sie, um sich zu reinigen und damit sie ohne unnötigen Ballast auf die andere Seite gelangen kann. Der Glaube daran veranlasste, dass man alle mit Wasser gefüllten Behälter, die sich während des Todes einer Person im Haus befanden, ausschütten musste. Würde man das Wasser verwenden oder zu sich nehmen, so würde man auch den zurückgebliebenen Seelenballast des verstorbenen Menschen aufnehmen.


Kann Wasser Informationen aufnehmen und speichern?

Im Institut für Luft- & Raumfahrt an der Universität Stuttgart ist man genau dieser Frage nachgegangen und ist auf Erstaunliches gestossen. Das Wasser scheint tatsächlich in der Lage zu sein, sich Informationen merken zu können. Um das zu erforschen wurden Tropfen unter einem Dunkelfeldmikroskop analysiert und man fand Hinweise darauf, dass sich das Wasser «Bilder» merken kann. Man hat z.B Petersilie in Wasser eingelegt und die Struktur dieses Wassers wies nachher optische Ähnlichkeiten mit dem Kraut auf. Quellwasser ergab stets ein harmonischeres Bild als Wassser aus z.B einer Plastikflasche. Ich empfehle jedem, der mehr über dieses Thema wissen will, das Buch «Die Geheimnisse des Wassers» von Prof. Bernd Kröplin und Regine C. Henschel. Im unten eingeblendeten Video wird die Arbeit kurz und gut verständlich zusammengefasst.



Der japanische Parawissenschaftler Masaru Emoto hat in verschiedenen Experimenten die Kommunikation zwischen Wasser und unserem Körper erforscht. Emoto beschäftigte sich unter anderem damit, wie sich Wörter, Emotionen und Energien auf die Strukturierung des Wassers auswirken. Hierfür hat er Wasser «informiert», eingefroren und dann die entstandenen Eiskristalle unter einem Mikroskop fotografiert und analysiert. Wer zu diesem Thema mehr erfahren möchte, dem empfehle ich die Doku «Water – die Geheime Macht des Wassers»


Wussten die Rätoromanen intuitiv, was einige Wissenschaftler heute zu beweisen versuchen oder ist es alles nur Aberglaube?


Die Sage vom Lag da Laus

Abschliessend möchte ich dir noch die kurze Sage vom «Lag da Laus» erzählen. Den Text habe ich im zweiten Band der rätoromanischen Chrestomathie gefunden und dann ins Deutsche übersetzt.


«Eines Tages lief ein Spiritueller am Lag da Laus (Traubenkirschsee) vorbei. Auf einmal hörte er wie etwas aus dem See rief und wehklagte. Er ging hin und schaute sich um, doch er sah nichts und die Klagerufe aus dem See gingen weiter. Da fiel ihm ein, dass es sich um die Schreie von Seelen handeln könnte. Der Mann fing an Gebete zu sprechen und das Klagen hörte sofort auf.»

 

“De bi clar di mava in spiritual sper il lac de Laus ora. Cheu ha el udiu clamar e lamentar ord il lac. El ei jus vitier ed ha mirau entuorn, sch' el veses enzatgei; mo el ha viu nuot ed il plonscher ord il lac cuzava vinavont. Cheu eis el se fatgs en, ch' ei savessi esser olmas ed el ha entschiet a dir paternos ed inmediat ha ei calau de plonscher el lac.»

- Rät. Rom. Chrestomathie Band 2 Seite 1051

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